Ski-Technik


Der Technik-Begriff: Kurze Interpretation

Der Begriff Technik wird im Sport sehr häufig benutzt aber kaum einmal inhaltlich benannt. Eine Technik sollte erläutern, wie eine Bewegung funktioniert. Um eine Bewegung zu durchschauen und um lehren zu können, muss man wissen, welche Aktivitäten (Aktionen) zu welchen Auswirkungen (Effekten) führen. In diesem Sinne bildet eine Technik durch viele solcher Beziehungen (Relationen) eine komplexe Bewegungsstruktur (Kassat, 1995). Nun kann man sich glücklicherweise in der Praxis des Skifahrens meist auf wenige Relationen, über die man auf die Bewegung Einfluss nehmen kann (Einfluss-Relationen), beschränken. Für den Parallelschwung will man natürlich auf die Bewegung der Ski Einfluss nehmen. Dazu muss man sich vergegenwertigen, wie sich die Ski überhaupt im Schnee bewegen können… oder müssen.

 

Die Bewegung der Ski

Von einer Schrägfahrt zur anderen driften die Ski zunächst über die Außenkanten schwungeinwärts (die Ski-Spitzen driften schneller) und nach dem Umkanten driften die Ski über die Innenkanten schwungauswärts (die Ski-Enden driften schneller). Kurz, die Bewegung der Ski besteht aus: Einwärts-Driften  >  Umkanten  >  Auswärts-Driften 

So erstaunlich das Verhalten der Ski anfangs auch erscheinen mag, nach einigem Probieren mit dem Ski in der Hand die Bewegung im Schnee zu simulieren, kommt man schnell zu der Erkenntnis: Wie sollten sich die Ski auch sonst bewegen?

Es ist lohnenswert, sich die Bewegung der Ski intensiv zu vergegenwärtigen, sich beim Fahren auf der Piste daran zu erinnern und das Verhalten der Ski zu erfühlen.

 

Aktivitäten: Nur vier Einfluss-Elemente!

Aus der Bewegung der Ski lässt sich logisch ableiten, welche Aktionen wir als SkifahrerIn ausführen müssen, damit die Bewegung der Ski so zustande kommt. Dabei agieren wir im Prinzip beim parallelen Skifahren nur mit vier Hauptaktivitäten

Seitfallen / Skiwechsel / Seitbeuge / Vor- und Rückverlagerung

Die eine Ski-Technik

Weitere wesentliche skispezifische Aktivitäten (Einfluss-Elemente) wurden im Rahmen der biomechanischen Untersuchung nicht gefunden und dürften auch nicht erforderlich sein. Demgegenüber gibt es allerdings eine unübersehbare Vielfalt der Bewegung beim Skifahren. Das erklärt sich dadurch, dass es sich nicht um fest geformte Aktionen handelt, sondern jede eine sehr große Variationsbreite hat. Wenn man bedenkt, dass in der Regel beim Fahren eine Kombination der vier Aktionen mit jeweils vielen Ausprägungen genutzt werden, dann wird es offenbar, dass eine unbegrenzte Zahl von Möglichkeiten existiert, Schwünge zu fahren. Nichtsdestotrotz gibt es nur eine variable Ski-Technik. Ein österreichischer Kollege interpretierte das einmal so: "Wir gehen auf die Piste und machen immer das Gleiche… nur ein wenig anders".

 

(Hier können nur die Begriffe genannt werden, ohne auf die genauere inhaltliche Bestimmung einzugehen. Man kann ohnehin nicht einfach auf die Piste gehen und diese – wenn auch einfachen – Aktivitäten und deren Auswirkungen isoliert ausprobieren. Es geht beim parallelen Fahren um skispezifische Ausprägungen der Ausführung, die im Zusammenhang mit den methodischen Übungen erfahren werden müssen.)