Ein-Ski-Methodik


Besonderheiten der Ein-Ski-Methodik

Die Idee auf einem Ski zu schulen und zu lernen, ergab sich aus der Beobachtung, dass Anfänger zunächst überfordert zu sein scheinen, das unterschiedliche Verhalten beider Ski gleichzeitig zu kontrollieren. Die Ein-Ski-Methodik darf allerdings nicht falsch verstanden werden: Keinesfalls wird zu Anfang nur auf einem Ski geschult! Gewisse methodische Vorbereitungen auf beiden Ski sind ebenso wichtig. Die Vorteile der Ein-Ski-Methodik lassen sich, wie folgt charakterisieren:

Sicherheit: Lernen quasi im Stand – 1 Standbein! – 1 Ski & 1 Standbein bedingen kaum Stürze und verringern die Verletzungsgefahr.
Ökonomie: Auf 1 Ski hinunter üben – ohne zu steigen! – Das Steigen beim Lehren bzw. Üben ist minimiert.
Lern-Effektivität: Mit dem Stab mühelos und schnell lernen! – Die Handhabung des Stabes muss in spezifischer Weise erfolgen.
Lern-Transfer: Auf 1 Ski lernen & auf 2 Ski übertragen! – Anfangs ist man auf zwei Ski überfordert, die Ski agieren unterschiedlich.
Innen- & Außenski Schulung: Von Beginn an! – Skifahren im Gelände erfolgt mehr oder weniger immer auf einem Ski.
Verzicht auf Pflug & Stemmen: Kein mühevoller Umweg! – Paralleles Fahren funktioniert bewegungstechnisch anders als der Pflug.
Sanfte Methodik: Empfindungen lernen! – Zum Empfinden/Erfühlen braucht man Zeit und Ruhe

Zum methodischen Vorgehen
Im Laufe von Jahrzehnten hat sich eine große Menge von Übungen bewährt, allesamt von der Technik abgeleitet und in der Praxis erprobt. Diese sind ganzheitlich in dem Begleitheft für die Praxis zusammengefasst. Die Gesamtheit der Themen & Übungen beinhalten die methodischen Möglichkeiten für die Piste und bietet den Stoff für viele Kurse. Dabei müssen nicht alle Übungen  genutzt werden, sie können aber in bestimmten Lernsituationen von Bedeutung sein. Allerdings sind sie nicht als methodische Reihen zu verstehen, denn sie enthalten Leichtes und Schwieriges, sowie Wichtiges und Unwichtiges. Natürlich gibt es immer gewisse Übungen, die nacheinander einzusetzen sind. Wegen des komplexen Zusammenspiels von Ski-Technik, des Lernens und der Situation wird das methodische Vorgehen immer unterschiedlich sein. Es kann also kein Schema vorgegeben werden, sondern man muss für die jeweiligen Lerneinheiten selbst das Vorgehen entscheiden.

Ausgehend von der Kenntnis der bewegungstechnischen Zusammenhänge, ist die Pistensituation und das Vermögen der Gruppe (Können, Kondition, Motivation) zu reflektieren. Danach sind nicht sofort methodische Übungen auszuwählen, sondern es sind konkrete Lernziele zu bestimmen. Durch diese Vorüberlegung ist es dann kein Problem entsprechende methodische Übungen zu wählen. Dabei ist es sinnvoll, kürzere Lerneinheiten und einen häufigen Wechsel zwischen 1-Ski und 2-Ski-Schulung durchzuführen. 

 

Wichtiger methodischer Helfer: Ein Stab

So unglaublich es erscheint, dass die Piste die Ski dreht, so erstaunlich ist auch die methodische Hilfe eines Stabes. Die Nutzung eines Stabes ist beim Lernen zwar unscheinbar und doch äußerst wirksam – wenn der Stab in spezifischer Weise genutzt wird. Dabei dient der Stab nicht als Stütze, sondern die Spitze des Stabes zieht nur einen Strich in den Schnee und zaubert so eine Kurvenfahrt. Eventuell beginnt die Skidrehung sogar, bevor der Stab die Piste berührt. Sowohl bei Anfängern als auch bei Fortgeschrittenen macht das Lernen nach kurzer Zeit regelrecht einen Sprung und so kommt man mit dem Stab sehr leicht und schnell zum Parallel-Fahren. Das motiviert so, dass man darüber keinesfalls die Grundschulung vernachlässigen darf. Es ist angebracht, den Stab nur zeitweise und im Wechsel mit den Ski-Stöcken zu nutzen.